ART Düsseldorf Leichtathletik

Klein aber fein war in Corona-Zeiten wieder die erste Leichtathletik-Veranstaltung des ART im Rather Waldstadion. Die Deutsche U 20-Meisterin im Siebenkampf, Annkathrin Hoven, schaffte mit 5120 Punkten ein um 80 Punkte besseres Resultat als beim DM-Titelgewinn in Ulm im Vorjahr. Der 14-jährige Alvar Nik Adler trumpfte in seinem ersten Neunkampf (wie Zehnkampf nur ohne 400 Meter) mit einer Punktzahl von 4966 Punkten auf, die im Vorjahr zu Silber bei der DM gereicht hatte.

Bei der Veranstaltung am Samstag und Sonntag mit nur 50 berechtigten Athleten, Kampfrichtern und Zuschauern war auch unübersehbar, dass es wegen der langen Corona-Trainingspause viel Nachholbedarf in den technischen Disziplinen gibt. ART-Trainer Ralf Jaros: „Man merkt halt, dass viele Technik-Einheiten fehlen.“ Das entspricht auch der Beobachtung von ART-Trainer Silvio Zein: „Wir konnten nur sehr eingeschränkt trainieren. Das wird mit der Sperre des Rasens im Rather Waldstadion und der Laufbahn im Arena-Sportpark in den nächsten Wochen nicht besser.“

Immerhin gelang einer Reihe von Athleten des ART die Qualifikation für die Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Vaterstetten Ende August. Das U 20-Team des ART mit Annkathrin Hoven, Lea Dreilich (4500 Pkt.) und Jule Domat (4405) Punkte bot mit 14025 Punkten ein Ergebnis, das weit über der Siegerpunktzahl bei der DM im Vorjahr (MTV Lübeck, 13357) liegt.

Viel Freude bot den wenigen Zuschauern Alvar Nik Adler. Sein Trainer, der frühere russische Olympiatrainer Juri Zwetkow, der seit 16 Jahren beim ART (nunmehr ehrenamtlich) dafür sorgt, dass die jungen Athleten gleich von Anfang an alles richtig lernen, freut sich schon auf die künftigen Ergebnisse von Alvar. „Das wird bei ihm bald kosmisch“, sagte der 63-jährige Rentner.

Organisieren musste die Mehrkampftage ART-Leichtathletik-Chef Jochen Grundmann. Zur Kritik anderer Düsseldorfer Vereine (ASC, TV Angermund), die zu gerne ebenfalls in Rath gestartet wären, aber wegen des Corona-Hygiene-Konzepts nicht mitmachen durften, sagte Grundmann: „Ich hätte ja auch gerne anderen Athleten aus Düsseldorf eine Teilnahme-Möglichkeit geboten. Aber wegen des strengen Hygiene-Konzepts hätte das der ART nicht leisten können.“ 

Steigerung für Djamila Böhm in Wetzlar, Philipp Kronsteiner Sieger in Graz Djamila Böhm bestritt in Wetzlar den 400-Meter-Hürdenlaufes beim Meeting („fast arms, fast legs) im Duell der Deutschen Meisterinnen der Jahre 2017 bis 2019 - und wurde diesmal mit einer deutlichen Verbesserung um über eine halbe Sekunde auf 57,49 Sekunden Zweite hinter der aktuellen Meisterin Carolina Krafzik (Sindelfingen/56,93 Sek.) aber weit vor Christine Salterberg (Köln/60,14 Sek.). Djamila war noch nicht zufrieden mit dem Lauf wie auch ihr Trainer Sven Timmermann. „Durch Corona und fehlende Trainingsmöglichkeiten habe ich leider noch mit Problemen im Rhythmus zu kämpfen“, sagte Djamila. Sie will am kommenden Wochenende in Regensburg nochmals vor den Deutschen Meisterschaften vom 8. bis 9. August in Braunschweig angreifen. „Da müssen wir wieder zumindest die „Sechs“ vor das Komma kriegen,“ hofft Sven Timmermann, der auch einräumt, „dass Djamila derzeit Wettkampfpraxis fehlt“. Böhm hatte die Hallensaison ausgelassen und wollte im Frühjahr aus dem Trainingslager heraus wieder zuschlagen. Dann kam Corona dazwischen, und sie hatte über viele Wochen keine Gelegenheit mehr zu Training und Wettkämpfen.
Hatte es am Samstag in Wetzlar richtig schönes Leichtathletikwetter gegeben, war es in Graz in Österreich mit nicht einmal 20 Grad für Topleistungen zu kühl. Kein Grund für den 23-jährigen Philipp Kronsteiner (ART) beim Austria-Top-Meeting dennoch zu gewinnen. Er tat es mit 15,62 Meter trotz leichtem Gegenwind. Seine Bestleistung liegt bei 16,49 Meter. Seit neun Monaten trainiert er bei ART-Trainer Ralf Jaros.

Ergebnisse

U 20, Siebenkampf: 1. Annkathrin Hoven 5120 Pkt. (u. 24,40 Sekunden im 200-Meter-Lauf, 5,76 Meter beim Weitsprung), 2. Lea Dreilich 4500 (u.a. 5,73 m beim Weitsprung), 3. Jule Domat 4405 Pkt. (u.a. 5,53 Meter beim Weitsprung).

U 18, Siebenkampf: 1. Dorina Tawiah 3994 Pkt., 2. Dorinda Tawiah 3821.

W 15, Siebenkampf: 1. Antonia Zein 3263 Pkt. (u.a. 34,70 Meter beim Speerwerfen).

U 18, Zehnkampf: 1. Lorenz Raschke 5388 Pkt., (u.a. 4,00 Meter beim Stabhochsprung).

M 15, Neunkampf: 1. Luban Haque 4603 Pkt. (u.a. 11,77 Sek. Über 80 m Hürden)

M 14, Neunkampf: 1. Nik Alvar Adler 4966 Pkt. (u.a. 1,74 Meter beim Hochsprung, 11,52 Sekunden über 80 m Hürden).

Bernward Franke