ART Düsseldorf Leichtathletik

Auch die 73. Wilhelm-Unger-Spiele des ART waren wie schon seit Jahrzehnten wieder das Familien-Fest nicht nur der Düseldorfer Leichtathletik, auch wenn wegen Terminüberschneidungen die Teilnehmerzahl mit 300 Athleten diesmal überschaubarer als in früheren Jahren war.

Die Unger-Spiele überschnitten sich nämlich vor allem mit den NRW-Meisterschaften in Bottrop und der U 16-DM in Bremen. Im nächsten Jahr ist der letzte August-Sonntag für Deutschlands zweit-ältestes Sportfest nach dem Süchtelner Bergfest geplant, ein Termin der sich früher über Jahrzehnte bewährt hatte.
Viele der Athleten zeigten sich von ihrer besten Seite, es gab eine Fülle von ganz starken Leistungen, auch wenn sich die Hoffnung der 17-jährigen Daniela Kreft (ART) beim Weitsprung mit der U 20-EM-Norm nicht mehr erfüllte. Dafür hätte sie die Weite von 6,10 Meter springen müssen, der sie im Winter als österreichische U 20-Meisterin mit 6,08 Meter schon sehr nahe gekommen war. Doch dann plagten sie Fußverletzungen, und auch das Abitur wollte erfolgreich (2,0 Notendurchschnitt) gemeistert sein, womit es längere Trainingsausfälle gab, die man am Sonntag Nachmittag im Rather Waldstadion sehen konnte. „Dani kann dennoch nach der sehr holprigen Vorbereitung mit der Weite zufrieden sein,“ sagte ART-Trainer Ralf Jaros. Erst der letzte Sprung gelang ihr ordentlich, wenn auch mit 5,80 Meter zu kurz für die EM in 14 Tagen im schwedischen Boras. Dass erstmals in der langen Geschichte der Unger-Spiele ein Blinder den 100-Meter-Lauf gewann, war ein besonderer Höhepunkt. Marcel Böttger, 25-jährige Sprinter aus Annen, gelang dies selbst bei einem heftigen böigen Gegenwind von 4,6 Meter/Sekunden in 11,67 Sekunden, wobei er vom 42-jährigen Olympia-Sprinter Alexander Kosenkov über eine kurze Leine geführt wurde. Die beiden lagen noch nach 80 Metern noch nicht vorne, stürmten aber auf den letzten Metern an der gesamten Konkurrenz vorbei. Dabei hatten sie noch den Nachteil, dass sie sich die siebte Bahn teilen mussten, was wegen der Enge nicht gerade leicht war.
In einigen Nachwuchs-Wettbewerben gab es höchst erstaunliche Leistungen wie die von der 16-jährigen Lea Dreilich (ART) beim Weitsprung mit 5,62 Meter und ihrer Teamkollegin Jule Domat mit 42,08 Meter beim Speerwerfen. Jule ist die aktuelle NRW-U-18-Meisterin im Stabhochsprung (Bestleistung im Vorjahr: 3,70 m), sattelt aber derzeit auf den Siebenkampf um. Die 13-jährige Antonia Zein (ART) warf den Speer weiter als bei den Ruhr Games auf 37,92 Meter, womit sie dort gewonnen hätte.
Viel Pech hatte der 18-jährige ART-Dreispringer Dennis Trukawka, der im Winter in der Halle noch 13,91 Meter weit gekommen war, aber auch am Sonntag die U 20-DM-Norm (13,70 Meter) für Ulm in 14 Tagen um zehn Zentimeter verpasste. Einer Reihe von Athleten aus dem westdeutschen Raum gelangen dagegen noch die Normen für die Jugend-DM in Ulm, die bis gestern in der Freiluftsaison erreicht werden mussten.

Ergebnisse 73. Wilhelm-Unger-Spiele des ART
Männer: 1. Marcel Böttger (Wattenscheid) 11,67 Sek. (- 4,6 m/Sek., blinder Läufer), 4. Patrick Jansen (TB Hassels) 12,27.
U 20, 100 m: 1. Felix Arndt (ART) 11,69 (- 1,3 m/Sek.). 200 m: 1. Lucas Köster (Königswinter) 22,75 Sek. (- 2,6 m/Sek.), 2. Felix Arndt (ART) 23,58.
800 m: 1. Maximilian Cords (Kaarst) 1:58,53 Min.
Hochsprung: 1. Felix Keser (Westerwald) 1,92 m.
Dreisprung: 1. Dennis Trukawka (ART) 13,60 m.
Diskuswerfen: 1. Maximilian Kluth (Leverkusen) 42,54 m. M 13, 75 m: 1. Frederik Bause (Köln) 10,17 sek., 3. Paul Koala (DTV 47) 10,66.
800 m: 1. Joel Schmitz (Waldniel) 2:14,48 Min.
60 m Hürden: 1. Elia Cebrian (Essen) 10,20 Sek., 2. Alvar Adler (ART) 10,21.
Hochsprung: 1. Alvar Adler (ART) 1,52 m, 2. Finn Bertling (ART) 1,48.
Kugelstoßen: 1. Alvar Adler (ART) 12,00 m. M 12, 75 m: 1. Deniz Sat (ART) 10,85 Sek.
Stabhochsprung: 1. Erik Eisenschmidt (ART) 2,05 m.
Weitsprung: 1. Paul Nigrin (ART) 4,61 m.
Weiblich, U 20, Weitsprung: 1. Marlene Meier (Leverkusen) 5,80 m, 2. Daniela Kreft (ART) 5,80, 3. Lea Dreilich (ART) 5,62, 4. Jule Domat (ART) 5,46.
Kugelstoßen: 1. Jessica Wlodasch (Siegburg) 12,23 m.
U 18, 100 m Hürden: 1. Lilliet Schreurs (Leverkusen) 14,84 Sek., 3. Lisa Maria Rath (ART) 15,76.
4mal 100 m-Staffel: 1. ART/ASC (Maja Bertling, Lea Dreilich, Victoria Lohmann, Liv Schröder) 50,83 Sek.
Hochsprung: 1. Anna Keyserlingk (Uerdingen) 1,64 m, 3. Liv Schröder (ART) 1,52.
Dreisprung: 1. Anna Keyserlingk (Uerdingen) 12,11 m, 3. Lisa Maria Rath (ART) 10,28.
Speerwerfen: 1. Laura Schütz (Willich) 43,30 m, 2. Jule Domat (ART) 42,08.
W 14, 100 m: 1. Finja Stupp (Düren) 12,65 Sek. (+ 4,0 m/Sek.), 3. Sofie Konstantinidou (DTV 47) 13,46.
Speerwerfen: 1. Antonia Zein (ART) 37,92 m.
W 13, 75 m: 1. Finja Stupp (Düren) 9,91 Sek.
60 m Hürden: 1. Samita Schatz (Pulheim) 9,64 Sek.
Hochsprung. 1. Carla Fuß (Köln) 1,48 m, 5. Melissa Ivezic (ART) 1,32.
Weitsprung: 1. Paula Lutz (Köln) 5,17 m, 5. Ivezic (ART) 4,73.
W 12, 60 m Hürden: 1. Merle Weber (Bonn) 10,47 Sek., 2. Felicia Deumi-Nappi (ART) 11,32.
Hochsprung: 1. Nebile Evelek (ART) 1,36 m.
Weitsprung: 1. Lea Maj (ART) 4,54 m.
Kugelstoßen: 1. Felicia Deumi-Nappi (ART) 8,31 m.

Lorenz Raschke schafft als Sechster der U 16-DM erstmal vier Meter beim Stabhochsprung

Eine Steigerung um 20 Zentimeter gelang bei der U 16-DM in Bremen beim Stabhochsprung dem 15-jährigen Lorenz Raschke (ART). Er schaffte erstmals die stolze Höhe von 4,00 Metern und wurde dennoch „nur“ Sechster in dem bisher besten Stabhochsprung-Wettbewerb bei einer Schüler-DM. Das Staffelquartett über 4mal 100 Meter des ART/ASC und TV Angermund mit Leon Grünewald, Joel Wireko, Lorenz Raschke und Luban Haque steigerte sich im B-Finale auf 46,74 Sekunden und wurde in der Gesamtwertung Zwölfter. Das Düsseldorfer Mädchenquartett mit Katharina Kemper, Dorina und Dörthe Tawiah sowie Hannah Leibmann war in 51,14 Sekunden über den Vorlauf nicht hinaus gekommen (Rang 29).
Bei den NRW-Meisterschaften in Bottrop stellte sich die ART-Dreispringerin Jessie Maduka der Konkurrenz diesmal im Weitsprung. Die 24-jährige EM-Teilnehmerin im Dreisprung kam mit ihrem neuen Anlauf nicht zurecht und schaffte als Fünfte nur die Weite von 5,70 Meter. „Bei diesem Spung verschenkte sie wohl noch einen halben Meter“, erzählte ihr Trainer Ralf Jaros. Sandra Gottschalk (ART), frühere U 20-EM-Teilnehmerin, erreichte das Finale im 100-Meter-Hürdenlauf in dem sie in 14,29 Sekunden Rang sechs belegte.

Ila Elbert „geht“ immer schneller

Eine enorme Steigerung gelang der 14-jährigen ART-Geherin Ila Elbert im niederländischen Best bei Eindhoven. Dort steigerte sie sich über 3000 Meter um über eine halbe Minute auf die Zeit von 16:43,55 Minuten, womit sie bei der U 16-DM gestern in Bremen eine gute Silberchance gehabt hätte. Dort durfte sie aber noch nicht starten, weil der Deutsche Leichtathletik-Verband erst Jugendliche im Alter von 15 Jahren zulässt, und Ila noch um ein Jahr zu jung ist. Jetzt hat sich Ila Elbert den U 16-DM-Meistertitel für das nächste Jahr vorgenommen.

Daniela Kreft springt an der U 20-EM-Norm (6,10 m) mit 5,80 Meter vorbei Ila Elbert wird immer schneller, geht die 3000 Meter in 16:43 Minuten Lorenz Raschke überspringt bei der U 16-DM in Bremen erstmals die Höhe von vier Metern und wird Sechster